Am Freitag fand im Rahmen des 3. Dresden Future Space das “SemanticCamp” in Berlin statt. Und wie bereits so oft tat man sich bei der genauen Definition des Begriffs Semantik oder auch Semantic Web schwer – nicht allein wegen der besonderen wissenschaftlichen Schwere einiger Vorträge. Mich inspirierte das SemanticCamp zu einem kurzen knappen Statement über die Entwicklung des Semantic Web in unseren Gefilden!
Während das Semantic Web mehr und mehr im Ausland in Form von Linked Data Einzug (siehe data.gov, BBC, Slideshare) in moderne Informationsarchitekturen hält, wird hierzulande bereits darüber diskutiert wie man mit ausgefeilten Algorithmen nicht nur ein unstrukturiertes Web, sondern auch jeden Haupt- und Nebensatz der Maschine verständlich machen kann. Das soll jetzt aber auf keinen Fall die Vorträge von Dr. Klaus Holthausen und Roy Uhlmann von Qimaya diskreditieren, ich glaube nur das wir an der Reihenfolge der Entwicklung etwas ändern müssen.
Meiner Meinung nach müssen wir unseren Content noch gar nicht haarklein zerhackt in Subjekt, Prädikat und Objekt im Web auszeichnen. Was wir brauchen ist eine sinnvolle Teilmenge an Meta-Informationen im Web (und auf dem Desktop) die nicht zu einem horrenden Arbeitsaufwand führen und die ohnehin schon in einem Gros der Datenbanken strukturiert vorliegen.
Das leichtgewichtige API in Form von HTTP(S) hat sich bereits bewährt um Daten auszutauschen, die benötigten Standards wie RDF liegen schon lange parat und Firmen wie OpenLink und auch Oracle bieten die nötigen Tools an, um große Informationsmengen strukturiert vorzuhalten.
Was wir nun brauchen ist keine technische Innovation, sondern ein Wandel der Mentalität der großen Content-Anbieter und nicht zuletzt die Kreativität derer die es schaffen wollen mit den Möglichkeiten Wertschöpfung zu betreiben. Diese Kreativität kann allerdings erst dann genutzt werden wenn wir hierzulande Website-Betreiber davon überzeugen können den ersten Schritt zu tun – die Datensilos zu öffnen und diese durch eine gemeinsame Sprache miteinander sprechen zu lassen!
Frei nach Gunter Dueck: “Man muss verrückte Leute einfach machen lassen…” und ihnen dazu die richtigen Werkzeuge in die Hände drücken.